zukunft gestalten

Wo bleibt der Mensch im digitalen Wandel?

BEF2017

Das Basel Economic Forum, kurz BEF, findet jährlich im November als Wirtschaftsforum für die trinationale Region Basel statt. Wissensaustausch ermöglichen, neue Impulse setzen sowie den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik, Verbänden und der Bevölkerung zu fördern, ist das Anliegen des Think tank MetroBasel, der die Konzeption, Planung und Organisation des Wirtschaftsforums für die Metropolitanregion Basel verantwortet. Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik geben beim BF Antworten auf die Veränderungen in der Arbeitswelt und liefern mit ihren akzentuierten Referaten Denkanstöße und Lösungsvorschläge für Paradigmenwechsel in Gesellschaften und Märkten.

Das BEF 2017 stand unter dem Motto „Veränderung der Arbeitswelt: Digitalisierung, Aging, Fachkräftemangel“. Prof. Dr. Wolfram Schottler referierte im Rahmen der Breakout Session „Life Sciences, Finance“ zum Thema „Wo bleibt der Mensch im digitalen Wandel?“. Hinterfragt wurden die psychosozialen Zusammenhänge von steigender Arbeitsbelastung, Stressfaktoren aus wachsendem Veränderungsdruck infolge technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen, z.B.

  • Globalisierung bietet neue Märkte, aber schafft auch menschliche Distanz und Anonymität

  • Neue Kommunikationstechnologien bieten überregionale, sogar weltweite Vernetzung, aber importieren vielfältige gesellschaftliche politische und ökonomische Probleme.

  • Digitalisierung bietet Automatisierung, Flexibilisierung, Mobilität, aber schafft eine neue Arbeitswelt der Entfremdung.

  • demographische Veränderungen führen einerseits zur Alterung im Durchschnitt der Arbeitnehmerschaft und andererseits zu Fachkräftemangel mit der Folge einer Verdichtung von Arbeit, Konzentration auf wenige Cent drin und Beschleunigung von Technologie und digital getriebenen Entwicklungen.

Zentrale Aspekte waren dabei Fragen wie etwa

  • Welche Fähigkeiten sind von Mitarbeitern in der Zukunft gefragt, damit Unternehmen weiterhin innovativ und wettbewerbsfähig bleiben?

  • Wie können Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie Mitarbeiter angesichts des schnellen Veränderungsdrucks und digitaler Überforderung psychosozial nicht abhängen und verlieren?

Standen in der Geschichte der Volkswirtschaft bisher technische Innovationen für Produktivitätssprünge, bewirken nun Trends wie der demographische Wandel und die Digitalisierung, dass nicht mehr die Verbreitung von Technik, sondern die interaktive Vernetzung von Menschen, Systemen, Wissen und Daten aller Art (Stichwort „Human Big Data“) zum entscheidenden Wertschöpfungshebel wird. Dabei ist im Big Data minus Zeitalter die aktive und selbst bestimmte Rolle des Menschen in automatisierten Systemen neu zu definieren. Für Unternehmen der Wissensgesellschaft, die den digitalen Wandel mit seinen Chancen und Risiken erfolgreich gestalten wollen, bedeutet dies, dass neben der technischen Innovation vor allem die psychosoziale Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden als zentraler Erfolgsfaktor an zu erkennen und zu entwickeln ist. Dazu gehört auch die soziale Funktionsfähigkeit des „Systems Unternehmen“, anders ausgedrückt: die Gewährleistung eines „gesunden und vitalen Unternehmen“ als sozioökonomischer und psychosozialer Rahmen für die Wahrnehmung des eigentliche Ertragszweck des Unternehmens.

Nicht die Digitalisierung selbst, sondern deren ausgewogene Nutzung für den Menschen im Mittelpunkt schafft die Voraussetzung für nachhaltige Wirtschaftsentwicklungen. Im Wettbewerb der Ideen stellen sich dann die fragen, wer dazu gehören kann, welche Arbeitsformen substituiert werden, wie viele Verlierer den Gewinner in der Entwicklung gegenüberstehen und wie Gesellschaft und Unternehmen mit dem Menschen im ganzen Prozess umgehen.

Psychosozialer Stressfaktoren sind dabei zu einem zunehmenden Problem geworden: mangelnde Selbstwerterfahrung, mangelnde Selbstwirksamkeitsgefühl, Entfremdung der Arbeitsbedingungen, nicht-integrative Führungsformen sind einige der Faktoren, die zu krankmachendem Stress führen.  Die Ursachen zunehmender seelischer Belastung und psychische Erkrankungen sind zwar äußerst vielfältig, Sie stehen aber aus klinischer Erfahrung häufig im Zusammenhang mit dem gewachsenen Veränderungsdruck und der Entfremdung gewohnten Lebens und Arbeitsmodelle. Folgen sind in Unternehmen erhebliche Produktivitätsverluste z.B.

  • durch zunehmenden mentalen Ausstieg und innere Kündigung großer Gruppen,

  • Burnout, Suchtverhalten (Alkohol, Medikamente, Aufputschdrogen, Hasadeur-Spielsucht) und weitere psychische und soziale Beschwerden,

  • oder auch eine wachsende Protestkultur mit Widerstand und offener Auflehnung.

Betroffene finden sich dabei auf allen Hierarchieebenen. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Krankheitsfolgen aufgrund von psychosozialer Überlastung und Entfremdung in vielen Arbeitsprozessen sind schon jetzt in Norm, wie regelmäßig verschiedene sozial berichtet zum Beispiel von Krankenkassen dokumentieren.

In ihren Jahresbericht hin weisen Sie regelmäßig einen jährlichen Produktivitätsverlust von über 60 Millionen Arbeitstagen, entspricht circa 300.000 Arbeitsjahren, allein in Folge von psychischen Erschöpfungssyndromen und Erkrankungen aus - mit kontinuierlich steigender Tendenz.

Jobstrain

Quickcheck für das gesunde Unternehmen

Nach branchenübergreifender Übereinstimmung über diese Befunde wurden folgerungen für Manager und Unternehmensentwickler diskutert: In vielen Führungsetagen und Personalabteilungen wird das Thema noch immer oft als unangenehm angesehen, verdrängt oder vor sich hergeschoben. Schleichend kann das zu einer Negativentwicklung mit fatalen Folgen führen.

Entscheidend ist zunächst einmal die Akzeptanz, dass es diese Problematik in jedem Unternehmen gibt. In einem Quickcheck können die Vitalität, offene Unternehmenskultur und -Kommunikation sowie die Funktionsfähigkeit des psychosozialen Systems im Unternehmen getestet werden.

Im Anschluss daran können Coachings von Führungskräften sowie kleinen Teameinheiten für einen bewussten Umgang miteinander und mit den unabweisbaren Trends und Entwicklungen für nachhaltige Lösungen mit messbaren. Produktivitätsgewinn etwa in Kenndaten wie

geringere Krankenstände und daraus folgende Sozialkosten

höhere Mitarbeitermotivation

bessere Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Projekten

mehr proaktive Beteiligung und Kooperation in Veränderungsprozessen

überzeugendes, authentsches Employer-Branding

mehr Innovationskultur und Qualitätsentwicklung     

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Reduktion von Konflikten, disziplinarischen Problemen und Beschwerden

Lassen Sie den Quickcheck durch unsere Berater machen und finden Sie noch ungenutzte Potenziale, die Ihr Unternehmen für die Zukunft gesünder machen können.

Rufen Sie uns unverbindlich an oder schreiben Sie uns. 

Gerne stehen wir Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung.   Kontakt 

aNFÜHRUNGSZEICHENBeratungsleistungen
Innovationen Social Media
Bürgerbeteiligung Beratung Konzepte für Tourismusthemen

Prozessbegleitung vom Konzept zum Erfolg

Eine gute Idee ist die regionale Entwicklung Grundvoraussetzung, aber in der praktischen Umsetzung unter Einbeziehung aller Köpfe und Kräfte der Region entstehen Ergebnisse mit nachhaltig erfolgreichen Konsenslösungen. Wir begleiten und moderieren Bürgerbeteiligungen, regionale Entwicklungsprozesse und Konfliktmediationen.   Weiter
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Monitoring für die Erfolgsmessung kommunaler Leistungen 

Die dramatische Verschlechterung der  Haushaltssituation vieler öffentlicher Körperschaften geht zu Lasten der Substanz vieler Einrichtungen und verhindert erforderliche Erneuerungen, Zukunftsinvestitionen  Als strategisches Steuerungsinstrument bieten wir die Entwicklung einer individuell ausgerichteten Balanced Scorecard als spezifisches Steuerungsinstrument an.   Weiter
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Kommunaler Finanz- und Effizienzcheck, Drittmittel- Fundraising

Den Widerspruch von gekürzten Budgets und steigenden Anforderungen kennen derzeit viele kommunale und regionale Tourismus- institutionen. Strategische Projekte bleiben dabei oft liegen. Aber auch in kleinen Budgets können unsere Berater meist noch Freiräume identifizieren, die Ihnen notwendige Handlungsspieräume schaffen.  Weiter
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Wirtschaftsförderung

Die lokale Standortentwicklung wird von  immer komplexeren Bedingungen und steigendem Wettbewerb beeinflusst. Damit steigen die Anforderungen an die regionale Wirtschaftsförderung. Wir unterstützen Regionen und Kommunen von der Analyse, über die Konzeption bis zur Umsetzungs- begleitung mit Evaluierung.  Weiter
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aNFÜHRUNGSZEICHENBuch-Tipp:

Wolfram Schottler:
"Das gesunde Gemeinwesen: Nachhaltige Kommunalentwicklung"
in: "Unternehmen nachhaltig führen - Führung, Verantwortung und Nachhaltigkeit im Management"
Die neue Führungskunst
In der Reihe "Die neue Führungskunst"
hrsg. von Becker, Hakenson, Witt, 2012.
Symposion-Verlag Düsseldorf



     

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